Diskutiert wird zur Zeit ob der DAX 6100 Punkte erreicht – und nicht unbedingt ob die bisherige Erwartung der Anleger auf eine Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise erfüllt wird. Dies sei eh alles schon eingepreist. Vielfach wird von Bodenbildung gesprochen. Auch zeigen die Quartalsberichte der Großunternehmen in den USA und Deutschland wieder Gewinne. Wenn auch die Ergebnisse von DAIMLER und DEUTSCHE BANK stark als beschönigt gelten.
Alles in Butter?
Nein – leider mitnichten. Die Charttechniker warnen – 6100 und nicht mehr. Evtl. werden Crashs vorausgesagt – abwärts bis 5100 or whatever. Eine 2.te Subprimekrise wird heraufbeschworen, die riesigen Kreditprobleme der US-Bürger und der hoch verschuldete US Staat kommen immer mehr in die Diskussion.
Wie geht es weiter?
Aufgrund der momentanen enormen Geldmengen, der Verpflichtung der Fondsgesellschaften Geld auch in Aktien anzulegen. der Einflussnahme der Großbanken werden die Indices förderhin (beruhigenderweise?) nicht mehr den niedrigen Wert vor der Krise erhalten. Wer jetzt in Aktien oder besser in ETF einsteigen möchte ist unbestritten spät dran und sollte unbedingt den Chartanalysten Glauben schenken. Denn die Charttechnik wird von den Investmentgesellschaften und Banken genutzt – auch wenn viele von der Chartanalyse nichts halten. Viel Luft in den USA und Europa nach oben ist zur Zeit nicht in Sicht. In diesem Sinne hiesse es abwarten, um später wieder einzusteigen.
Flucht nach Asien?
In Asien, insbesondere China, werden nicht nur aufgrund der Binnennachfrage weitere Indices Steigerungen erwartet. Das (US/europäische) Kapital flüchtet zur Zeit in diesen Hafen und bildet evtl. eine neue (Vietnam-) Blase aus.
BRIC al die Lösung?
Brasilien scheint sein Top zu erreichen, Indien zeigt stetiges Wachstum, Russland holt in Abhängigkeit des Ölpreises auf. Grundsätzlich ist primär Russland interessant – die Koppelung zu den Rohstoffpreisen allerdings ist gegeben.
FOREX Handel
Vielleicht die Alternative: Handel der Devisen Euro/Dollar? Wir müssen in Bälde von Seitwärtsbewegungen der Indices in Euroland und Dow Jones ausgehen. Dann bestimmt.
Rentenpapiere
Bei den Renten ist z.Zt. die Tendenz einer Überhitzung angesagt. Es empfiehlt sich hier, unabhängig von der sehr geringen Verzinsung, nicht einzusteigen. Industrieanleihen der großen DAX Unternehmen, zur Zeit aufgrund Liquiditätsengpässen ausgegeben, können interessant sein. Wenn sie eben nicht von Arcandor sind…
Alles in Edelmetalle?
Der schwache Dollarkurs und die momentane Denkweise zur Aktienanlage haben die Edelmetall-Alternativen wieder in den Fokus gerückt – unabhängig wieder einmal der realen Nachfrage der Industrie wie beim Rohöl. Und wir Privatleute? Wir können gerne in Silber – aber in Münzen. Denn diese sind in Deutschland auch als Zahlungsmittel anerkannt. (Die ETFs bei denen real physisches Gold gekauft und hinterlegt wird – evtl. auch. Nur meist ist es verbrieft über eine Bank – und wenn es der nicht gut geht, sehe ich kein Gold mehr.)